Marceline Loridan-Ivens (1928-2018)

Marceline Loridan-Ivens; Rob Croes / Anefo, CC0, via Wikimedia Commons

„Man kehrt nie aus Auschwitz zurück.“

Zerbrechlich sieht sie aus, die kleine alte Dame, die am Küchentisch ihrer Wohnung im Pariser Viertel Saint-Germain-des-Prés sitzt. Sie blättert in einem Stapel von Dokumenten, Fotos und Briefen, sinnt nach und erzählt von 90 Jahren Leben. Es strengt sie an, sich zu erinnern, und erst jetzt, mehr als 70 Jahre nach Kriegsende, kann sie die dunkelsten Kapitel ihres Lebensweges in Worte fassen. Ihre feuerrot gefärbten Locken leuchten, und an den schmalen Händen funkeln überdimensionale, bunte Ringe.

Im Flur aufgereiht stehen ihre Schuhe. Es sind die Schuhe eines Kindes, Größe 33. Denn sie hat aufgehört zu wachsen, als sie mit knapp 16 Jahren ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurde.

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Teresa von Ávila (1515-1582)

Teresa von Ávila; Peter Paul Rubens, CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons

„Bete nicht um leichtere Last, sondern um einen stärkeren Rücken.“

Von Gläubigen und Gottsuchenden verehrt, von der Inquisition als Ketzerin verdächtigt: Teresa von Ávila, die berühmte spanische Mystikerin, ist zu ihren Lebzeiten höchst umstritten.

In Ávila, einer von wehrhafter Stadtmauer umgebenen Provinzhauptstadt auf der kargen kastilischen Hochebene, wird Teresa am 28. März 1515 als drittes Kind von Juan Sánchez und seiner zweiten Frau Beatriz geboren.

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Astrid Lindgren (1907-2002)

Astrid Lindgren 1960; Unknown author, Public domain, via Wikimedia Commons

„Am glücklichsten bin ich, wenn ich schreibe.“

NIEMALS GEWALT! Unter diesem Motto steht die Rede, die Astrid Lindgren in der Frankfurter Paulskirche hält, als ihr 1978 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen wird. Die berühmte Schriftstellerin setzt sich hier wie in ihrem gesamten Leben und Werk für Kinderrechte ein und plädiert für eine gewaltfreie, unautoritäre Erziehung.

Der Friedenspreis ist nur eine von unzähligen Auszeichnungen, die die Autorin ab den 1950er Jahren erhält. Dabei sind der schwedischen Bauerntochter Ruhm und Ehre nicht in die Wiege gelegt.

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